Sonntag, 15. Mai 2011

Mehr als ein Wermutstropfen.

Der 34. und letzte Spieltag ist vorbei und es wäre der richtige Zeitpunkt, um sich zu freuen. Trotz einer Chaossaison in klassisch-kölscher Art springt am Ende Tabellenplatz 10 heraus, die beste Tabellenplatzierung seit zehn Jahren. Der Saisonverlauf gibt es nicht her, aber trotzdem sei mir kurz der Blick nach oben gestattet: Nur drei Punkte Abstand auf Platz 6 - Wahnsinn.
Und auch die gestern verkündete Verpflichtung des norwegischen Trainers Ståle Solbakken ist bei aller gebotenen Vorsicht hinsichtlich des Minenfeldes Köln eine erfreuliche Nachricht, über die es sich vortrefflich freuen liesse.

Aber aller Frohsinn am heutigen Tage wird gedämpft von der Nachricht, dass sich die Verletzung, die Armando Gonçalves Teixeira, genannt Petit, in der 75. Minute des gestrigen Spiels gegen Schalke 04 erlitt, als Kreuzbandriss erwies. Eine schlimme Verletzung für jeden Profi-Fußballer, für Petit jedoch mit möglicherweise katastrophalen Folgen. Der Portugiese ist 34 und sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Der 1. FC Köln müsste also nun den Vertrag verlängern mit einem Spieler, der frühestens in einem halben Jahr wieder fit wäre und sich dann als dann 35-Jähriger wieder an das Team herankämpfen müsste. Es riecht nach Karriereende.

Petit hat Großartiges für den FC geleistet, denn er hat maßgeblichen Anteil daran, dass es dem Verein vorerst gelungen ist, aus dem Fahrstuhl auszusteigen. Verpflichtet nach dem letzten Aufstieg 2008, brachte der 2-malige portugiesische Meister, Weltmeisterschafts-Vierte und Vize-Europameister nicht nur durch seinen Namen Glanz in die Müngersdorfer Hütte. Der Pitbull, der das spitznamengebende Tier auf seiner Wade spazieren trägt, agierte in den vergangenen drei Jahren im defensiven Mittelfeld als genau solcher: Bissig, immer auf der Jagd nach dem Ball, dabei auch hin und wieder den Gegner mitnehmend oder sich, wenn es angebracht war, vom Gegner mitnehmen lassend - ich kenne keinen Spieler, der es dermaßen gut beherrscht, Fouls zu provozieren - kurz: Immer das routinierte defensive Bollwerk, das ein Aufsteiger und eine gegen den Abstieg spielende Mannschaft braucht.
Dabei machte Petit 93 Spiele für den FC, nur für Benfica Lissabon machte er deutlich mehr.

Sicher gab es schwächere Phasen, immer wieder mal wirkte Petit, als wäre seine Zeit vorüber, aber immer fing er sich wieder, brachte sich wieder in Form und half der Mannschaft entscheidend weiter. Viele sind der Meinung, dass er eine unrühmliche Rolle hinsichtlich der Demission Frank Schaefers spielte, die häufig genannten "älteren Spieler", die sich von dem lange als Nachwuchstrainer agierenden Schaefer nicht richtig behandelt fühlten, meinen jedenfalls immer Petit als Hauptfigur. Schwer zu beurteilen, was da stimmt und was nicht, aus der Ferne. Fakt ist, dass Petit unter dem Strich von enormer Wichtigkeit war für diesen Verein.

Ob sein Vertrag ohne diese Verletzung verlängert worden wäre, ist unbekannt. Wenn nicht, wäre es ihm aber sicher möglich gewesen irgendwo noch seine Karriere langsam ausklingen zu lassen, dies scheint jetzt sehr schwierig zu werden, denn wer verpflichtet einen 34-Jährigen mit einer schwerwiegenden Verletzung? Und so bedeutet die Verletzung wohl das Ende einer Karriere, die einen schöneren Schluß verdient hätte. Dass Volker Finke kundtut, dass "wir die Situation gemeinsam erörtern werden und versuchen werden, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden, weil es sich um eine schwerwiegende Verletzung eines verdienten Spielers des 1. FC Köln handelt.“ macht Hoffnung, dass es eine Lösung gibt, die anderes bedeutet. Zu wünschen wäre es Armando Gonçalves Teixeira.

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