Der Trainer, die Mannschaft und der ganze Rest.

Vieles ist geschehen in den vergangenen Tagen beim Verein, bei dem es leider niemals langweilig wird. Wo fangen wir an, wo hören wir auf?

Beginnen wir mit der Trainerfrage.
Wer dieses Blog oder mich oder beides kennt, weiß, dass ich gewiss nicht zu jenen gehöre, die in einer vertrackten sportlichen Situation einen Trainerwechsel für ein erfolgsversprechendes Rezept halten. 21 Trainer nahmen in den vergangenen 20 Jahren auf der Trainerbank des 1.FC Köln Platz (inklusive 4 Interimstrainer), Kontinuität in Trainingsarbeit, taktischer Marschroute sowie Mannschaftsführung und -zusammenstellung ist also seit zwei Jahrzehnten ein Fremdwort in der Domstadt - um zu erkennen, dass dabei nichts Gutes herauskommen kann, muss man kein Fußballexperte sein. Trotzdem sind Zweifel an der Arbeit Ståle Solbakkens durchaus verständlich. Ließen sich anfängliche Schwierigkeiten noch mit der Systemumstellung rechtfertigen, ist der Absturz in der Rückrunde eher kein Aushängeschild für den Norweger. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die für die schlechte Leistung der Mannschaft herangezogen werden können und auch in Artikeln, die sich mit dem Problem beschäftigen, herangezogen werden: Die permanente Unruhe im Verein, angefangen bei der plötzlichen Demission des Ex-Präsidenten Overaths bis hin zu den angeblichen Machtkämpfen zwischen dem inzwischen entlassenen Sportdirektor Finke und Solbakken zum Beispiel. Oder die seit Jahren immer wieder erhobene Behauptung, die Mannschaft sei alles Andere als das, nämlich eben keine Mannschaft. Aber spätestens der letzte Punkt fällt auch in den Aufgabenbereich eines Trainers, ist also ein Punkt, der eher nicht zur Entlastung Solbakkens beiträgt. Die Zwickmühle, in der der Verein hinsichtlich seines Trainers steckt, zeigt sich bestens am Festhalten des Trainers an seiner taktischen Marschroute, die unter anderem zu der höchsten Anzahl an Gegentoren in der Liga führte: Einerseits ist der Abstieg mittlerweile ziemlich wahrscheinlich geworden - aber des kurzfristigen Erfolges zu Liebe wieder mitten im Rennen die Pferde zu wechseln, würde möglicherweise unter günstigsten Umständen den Klassenerhalt bringen, das Areal der verbrannten Erde aber um viele Hektar vergrößern. Das Beharren des Trainers auf seine taktische Idee gegen Widerstände innerhalb der Mannschaft und das Festhalten des Vereins am Trainer sind Neuland für den 1.FC Köln und dringend notwendig - koste es, was es wolle. Das würde allerdings auch bedeuten, dass der Verein sein am vergangenen Sonntag entgegen der allgemeinen Erwartung ausgesprochenes Vertrauen in Solbakken auch bei einem Abstieg aufrechterhalten müsste und mit dem Trainer in die zweite Liga gehen müsste. Das allerdings darf, trotz der extrem hohen Sympathiewerte, die der Norweger aufgrund seiner lockeren Art und aufgrund der medialen Zuschreibung als der Gute im Kampf zwischen Finke und Solbakken genießt, bezweifelt werden. So bleibt dem FC-Fan nicht viel anderes übrig, als sich an den dürren Strohhalm der Hoffnung auf Klassenerhalt zu klammern und darauf zu setzen, dass auch ein Verbleib in der ersten Bundesliga zu der anscheinend nötigen Reinigung in der Mannschaft führt.

Die Mannschaft
Und diese Reinigung scheint bitter nötig. Wieder und wieder wird davon berichtet, die Mannschaft zerfalle in einzelne Gruppen, namentlich genannt wird dabei immer wieder die sogenannte "Portugal-Fraktion", der der mit einem Gnadenvertrag ausgestattete Petit, der ausgeliehene Henrique Sereno, sowie die beiden Brasilianer Andrézinho und Pedro Geromel angehören sollen. Schon unter Frank Schaefer soll sich die Gruppe quergestellt haben und auch jetzt wird ihr dies vorgeworfen. Dafür spricht, dass sowohl Petit (in dieser Saison noch kein Spiel) und Andrézinho (7 Saisoneinsätze) zu den vier von Solbakken in dieser Woche ausgemusterten Spielern gehören - zwei Spieler also, die keinen direkten Einfluss auf die schlechten Leistungen der Mannschaft haben können, also nicht aufgrund solcher suspendiert worden sind. Ein Indiz, nicht mehr, gewiss. Dass weder Geromel noch Sereno suspendiert worden sind, sagt nicht viel: Will der Verein die Klasse halten, kann weder auf den einen noch auf den anderen - trotz Formkrise im Fall des Kapitäns Geromel – verzichtet werden, wenigstens als Reservespieler.
Die größte Überraschung des suspendierten Quartetts ist sicherlich Kevin Pezzoni, ein Mann mit limitiertem fußballerischen Können, den schon manch Fan längst auf die Tribüne gesetzt hätte, der aber beim Trainer bislang einen erstaunlich hohen Kredit besaß. Umso erstaunlicher, dass dieser Pezzoni nun aussortiert. Ähnliches könnte man über die Degradierung Millivoje Novakovics sagen, der Stürmer spielt seit sechs Jahren beim FC und schoss in ligaübergreifenden 183 Spielen 81 Tore - seine diessaisonale Formkrise ist sicherlich Grund dem Slowenen eine "Denkpause" zu verordnen und ihn auf die Bank zu setzen - aber Suspendierung aufgrund schlechter Form in einer Mannschaft, deren schlechtes Offensivspiel einem Stürmer nicht gerade hilft zu glänzen? Dann aber denkt man an die sich seit Jahren sehr hartnäckig haltenden Gerüchte, Novakovic stünde dem Express sehr nahe - nach anfänglichen Schwierigkeiten verhöhnte das Blatt noch als "Novakonix", seit Jahren aber verliert der sonst so gerne zu vernichtender Kritik neigende Express kein schlechtes Wort mehr über den Stürmer, egal wie schlecht er spielt. Passend dazu ist jedenfalls, dass der stets bestens informierte Express aus dem zweitägigen Trainingslager, zu dem das Quartett der Suspendierten nicht mitreisen durfte, nichts zu berichten wusste. Stattdessen gab es Berichte über das Ersatztraining der vier "Ausgestoßenen", mit unkommentierten Beschwerden Novakovics und Pezzonis. Quelle Surprise.

Die Medien
Damit wären wir beim alten, leidigen Dauerthema beim FC und gezwungenermaßen auch in diesem Blog: Die Kölner Medienlandschaft. Man sollte meinen, der am vergangenen Sonntag erlittene Super-GAU, als erst der Express, dann der heute in Diensten des Senders SKY stehende ehemalige Pressesprecher des FC, Christopher Lymberopoulos, und schließlich alle Medien der Republik verkündeten, der FC werde Solbakken entlassen und stattseiner Frank Schaefer wieder als Cheftrainer einsetzen, habe etwas verändert. Das hat es natürlich nicht. Statt vor der eigenen Tür zu kehren, wurde die mediale Bruchlandung flugs zu einem Beleg für die chaotischen Verhältnisse innerhalb des Vereins umgedichtet, frei nach dem Motto: Wenn Ihr nicht den Trainer entlasst, wenn wir das verkünden, seid Ihr ein Chaosclub. Das reizte auch den Trainer so sehr, dass er noch zwei Tage später vor versammelter Medienschar wütend wurde und mehr Respekt verlangte - er sei schließlich immer offen und fair mit den Medienvertretern umgegangen, er könne auch aufhören mit den Medien zu reden und "dann könnt Ihr alle Eure Informanten benutzen. Ich glaube es gibt viele in diesem Verein. Und das finde ich sehr schlecht." Ein Grund mehr am Trainer festzuhalten.

Die Zukunft
Blickt man auf die Tabelle, weiß man, dass das Spiel am Samstag gegen Werder Bremen ein sehr wichtiges ist. Wie jedes Spiel, das noch folgt in dieser Saison. Es ist nicht das Entscheidungsspiel, als welches es mittlerweile gilt. Die drei Punkte eines Sieges werden einen möglichen Abstieg nicht verhindern. Den Abstieg verhindern kann nur eine deutliche Leistungssteigerung über die gesamte Zeit der Restsaison. Wichtiger noch als die drei Punkte ist also ein besseres Funktionieren der Mannschaft, das Restprogramm hat es in sich - neben den klar überlegenen Mannschaften aus München, Stuttgart und Mönchengladbach warten noch der wiedererstarkte SC Freiburg und ein Auswärtsspiel in Mainz, welches der 1.FC Köln in neun Versuchen erst einmal siegreich gestalten konnte. Drei irgendwie errungene Punkte gegen Bremen wären also sicher gut für die Mannschafts- und Fanseele, werden aber nicht ausreichen, um den Absturz noch zu verhindern.
Ne Jeck (Gast) - 6. Apr, 15:45

Du sprichst mir aus der Seele

Besten Dank für diese Worte. Bin mit meiner Meinung ganz bei Dir, konnte mich aber diese Woche nicht aufraffen etwas zu verfassen.

Aus meiner Sicht schaffen wir es nicht mehr. Sichere 40 Punkte sollten stets angepeilt werden, klar könnten auch weniger reichen. Aber aktuell haben wir 28 Punkte. Für 40 bräuchten wir noch 4 Siege aus 6 Spielen. Vielleicht reichen auch drei.

Die Hoffnung stirbt zuletzt aber mein Kopf sagt leider was anderes.

spielbeobachter - 6. Apr, 15:59

Ich..

kann Dich bestens verstehen: Sich nicht aufraffen zu können, so geht es mir schon seit Beginn der Saison, die für mich vorher so hoffnungsvoll aussah und nur Mist gebracht hat.
Mobody (Gast) - 6. Apr, 16:48

Würde dir auch den meisten Punkten zustimmen. Sehe unsere Chancen auf Klassenerhalt gerade auch echt schlecht. Könnte mich mit einem Abstieg aber einigermaßen abfonden, wenn Solbakken bleibt und der Kader ausgemistet und durch Nachwuchsspieler aufgestockt wird.

Die Rede von verschiedene "Fraktionen" innerhalb der Mannschaft finde ich immer etwas seltsam und frage mich immer, ob sie wirklich in der in den Medien beschriebenen Form vorhanden sind. Klar werden die vier portugiesisch sprechenden Spieler mehr miteinander zu tun haben, weil ja mindestens zwei von ihnen noch nicht besonders gut deutsch sprechen. Finde es auch nicht erstaunlich, dass Petit, Andrezhino und Pezzoni nicht mit in Trainingslager kommen. Solbakken ollte, nach eigenem Bekunden nur die Spieler mitnehmen, die auch für das Spiel in Bremen in frage kommen. Petit ist sicher noch nicht wieder ganz fit, Andrezhino hat sich einen Kreuzbandriss im Training zugezogen und Pezzoni ist wohl auch nicht relevant. Das er Nova nicht mitnimmt, fand ich da schon erstaunlicher. Halte da aber deine Erklärung, dass er möglicherweise ein Informant des Exzess ist, für möglich.

Solbakkens Wutausbruch gegenüber der Presse war einfach nur überfällig, vollkommen verständlich und damit irgendwie erfreulich!

spielbeobachter - 6. Apr, 17:24

Hm..

.. da hab ich mich wohl nicht klar genug ausgedrückt: Ich habe nicht die geringste Ahnung, ob es diese Portugal-Fraktion tatsächlich gibt, also über das von Dir benannte, auch für mich völlig normale, Community-Ding hinaus. Das aber die Mannschaft als solche nicht funktioniert, ist ja offensichtlich und von anderen Gruppen ist tatsächlich nie die Rede, meines Wissens nach. Andrézinhos Suspendierung erfolgte übrigens vor seinem Kreuzbandriss. Was kein Argument sein soll, sondern nur eine Feststellung. Und ich persönlich bin recht überzeugt, dass die Nähe des führerscheinslosen Slowenen zur lokalen Dreckspresse nicht nur ein Gerücht ist. Ob das nun der Grund für die Suspendierung war, ist eine andere Frage.
Mobody (Gast) - 6. Apr, 18:19

Ok, so meinst du das.
Das die Mannschaft nicht funktioniert steht außer Frage, dass das nicht unbedingt am Trainer und seinem System liegt, haben sie aber selber schon mit grandiosen Siegen beweisen. Ich denke es ist in erster Linie ein psychologisches Problem. Wenn man so viele Spiele immer wieder haushoch verliert, gerät das Selbstbewusstsein und damit auch die fußballerischen Fähigkeiten in eine Abwärtsspirale, aus der nur schwer wieder rauszukommen ist - auch für Profis.
Die gleiche Mannschaft mit dem Trainer kann bei entsprechendem Selbstbeuwsstsein und mit ein wenig Glück Mannschaften wie Leverkusen, Hoffenheim oder Hannover schlagen. Da stimmt dann angeblich auch die Chemie in der Mannschaft und es gibt keine Fraktionen, wie die Presse behauptet.
JuergenL (Gast) - 6. Apr, 18:58

Da weiss man nicht wo man anfangen soll, soviele Baustellen (mal wieder) beim FC.

Vorab fand ich die Entscheidung mutig und auch richtig. Denn das die normalen Handlungsweisen der Branche, d.h. Trainer raus, nicht viel bringen zeigt kaum ein Verein eindrucksvoller als der 1.FC Köln in den letzten Jahren. Meiner Meinung nach ein Erbe der Overath Ära, dem merkwürdigerweise schon wieder viele hinterherweinen. Stichwort starker Mann der auf den Tisch haut, hat in Köln jahrelang auch nicht funktioniert, aber ich schweife ab.
Richtig ist das wir mit Solbakken einen Trainer bekommen haben der eine klare Vorstellung davon hat wie "sein" Fussball gespielt werden soll. Das sollte auch so sein, sonst kann kein Trainer vernünftig arbeiten. Dummerweise muss er aber erstmal mit den Spielern auskommen die er im Kader vorfindet, wenn einige Spieler mit dem System nicht klarkommen und die finanziellen Möglichkeiten nahe Null liegen wird es für einen Trainer schwierig. Das dieses System funktionieren kann hat die, Am Anfang etwas holprige, Hinrunde gezeigt. So gut haben wir lange nicht mehr dagestanden und mit 1 oder 2 Siegen mehr... aber lassen wir das. Die Welt schien in Ordnung, doch dann kam ein tiefes Tal zum Start der Rückrunde, vieles funktionierte nicht mehr. Die ellenlange Verletztenliste, die immer wieder umgestellte Verteidigung trug nicht zu der so wichtigen Stabilität in der Defensive bei. Dann kam die Spiele in Hoffenheim, gegen Hertha und auch in Hannover schien es so als ob die Mannschaft sich gefangen hätte. Die letzten beiden Spiele spotteten jeder Beschreibung.
Aber um den Bogen zu kriegen, ist das auseinanderbrechen der Truppe denn wirklich neu bzw. nur ein Solbakken Problem ? Meiner Meinung nach ist es nicht so, denn auch unter dem vielgelobten Frank Schaefer gab es katastrophale Auswärtsspiele (bei Pauli, beim HSV etc.) die einem, wie die Auftritte die letzten 2 Wochen, das Fürchten lehrten. Keine Gegenwehr, kein Aufbäumen, nichts was dazu berechtigt in der 1.Liga zu spielen.
Das habe ich mit diesem Kader alles schon gesehen. Und wenn wir das Ende von Schaefer als Trainer betrachten (Ausreden ala Finke war das allein schuld, lasse ich nicht gelten) gab es da ebenfalls mit dem Trainer unzufriedene Spieler und eine Menge Internas die aus der Mannschaft zur Presse gelangten. Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder ?
Ich glaube keiner von uns ist so nahe an der Mannschaft das er beurteilen kann wer hier der bzw. die Maulwürfe sind. Das der Name Petite schon im Fall Schaefer gefallen ist, wäre dann auch nicht mehr überraschend.

Der Fall Novakovic ist auch so eine Sache, ich fand es schon beeindruckend wielange Solbakken an dem Stürmer festhielt, der macht auch oft alles richtig (denn für 5 Torchancen in einem Spiel muss man auch da stehen wo ein Stürmer stehen soll), aber irgendwann sollte mal Schluss damit sein. Denn im modernen Fussball fangen schon die Stürmer mit dem Verteidigen an, das war noch nie Novakovics Stärke, ausser Form kommt da aber überhaupt nichts. Warum Ishak, der mir Hannover sehr gut gefallen hat, danach nicht von Anfang an spielte, ist mir unbegreiflich. Naja ich bin ja auch kein Trainer, den sonst würde ich als Erstes dem Rensing die langen Abschläge abgewöhnen. Kaum eine Mannschaft gibt den Ball so schnell her wie der 1.FC Köln.

ZuTeilen der Kölner Presselandschaft sage ich nichts mehr, die haben sich am Sonntag eindrucksvoll selbst zerlegt. Kann auch nicht jeder.

Ich möchte nicht soweit gehen alles gutzuheissen was Solbakken bisher getan hat, aber ich sehe die Hauptproblematik wirklich im zusammengewürfelten Kader, der sich zwar für ein paar Spiele zusammenraufen kann, sich aber nicht über eine komplette Saison als Mannschaft präsentiert. Das war unter Schaefer wie oben erwähnt auch schon so. Gegen Ende der Rückrunde war der Zauber vorbei und es begann eigentlich das was zur Zeit abläuft, nur das wir im Vorjahr schon genug Punkte hatte.

Genau aus diesem Grund finde ich Entscheidung Pro Solbakken auch richtig, Teilen der Truppe muss klar sein das sie am kürzeren Hebel sitzen und die Vereinsführung dem Trainer Rückendeckung gibt. Keine Ahnung was daraus wird, aber Kaiserslautern zeigt das ein Trainerwechsel so kurz vor dem Ende nichts bringt.

Gegen Werder wird richtungsweisend sein und alles nur keine Entscheidung um die Meisterschaft und den Abstieg am letzten Spieltag, alles nur das nicht.

spielbeobachter - 6. Apr, 19:19

Danke

Dir für Deine ausführlichen Gedanken - und das ist keineswegs ironisch gemeint, das meiste davon kann ich unterschreiben.
Zwei Punkte: Dass ich Solbakken mitverantwortlich mache für den schlechten innern Zustand der Mannschaft heißt weder, dass ich die Mannschaft damit aus der Verantwortung nehmen möchte noch, dass ich Solbakken als Ursache sehe. Wenn ich aber einen Kader übernehme, und den aus den von Dir genannten Gründen nicht neu zusammenstellen kann, der dieses Problem hat, das, wie Du schon richtig sagst, auch schon bei anderen Trainern aufgetreten ist - muss ich dann nicht genau dieses Problem eine besonders hohe Priorität einräumen? Mein Eindruck von weit außen(!) ist, dass Solbakken dem nicht genug Rechnung getragen hat.
Und richtig: Das Festhalten an Solbakken kann möglicherweise - hoffentlich - dazu führen, dass die Hierarchie - Hier Trainer, da Mannschaft - wieder hergestellt wird, sofern der Eindruck denn stimmt, dass diese gestört ist.
JürgenL (Gast) - 6. Apr, 21:01

Solbakkens Fehleinschätzung

Absolut richtig, ich denke die Probleme innerhalb des Kaders hat Solbakken tatsächlich unterschätzt. Vielleicht meinte er auch durch die Ernennung Geromels zum Kapitän das Problem im Griff zu haben, ich weiss es aber nicht.
Nun dürfte er begriffen haben wie die Uhren in Köln wirklich ticken. Wie unglaublich schwer es ist in diesen Verein einfach mal Ruhe reinzubekommen, das alle mal an einem Strang ziehen.

AlexP (Gast) - 10. Apr, 15:30

eine Frage muss noch erlaubt sein...

...Im ganzen Sinne mehr als schmerzhaft erkannte Tatsachen.
Nur frage ich mich schon seit einigen Wochen, warum der Boulevard - und auch Du lieber Spielbeobachter - das höchst brisante Thema "Fans" bzw. die Horde komplett ausklammert.

Es muss endlich eine kontroverse Auseinandersetzung mit der FanKultur des ersten Fußballclub Köln stattfinden und auch zugelassen werden.
Die Ereignisse um das Auswärtsspiel der Gladbacher dürfen nicht im kommentarlosen Raum stehen gelassen werden.
Des Weiteren muss sich der FC - hier vielleicht in Form seiner professionell gestaffelten Fan-Betreuung (?) - um das Herz ihrer Kurve kümmern. Die Südtribüne scheint ohne ohne der Organisationen und Gesänge der wilden Horde nicht mehr handlungsfähig...

Was mit diesem Verein hier aktuell passiert ist nicht nur aus sportlicher Sicht sehr grenzwärtig sondern zeigt vielmehr wie leb- und führungslos er sich in diesen Tagen in die Bedeutungslosigkeit befördert...

Und jetzt Frage ich mich, warum dieser Brandherd medial bedeckt bleibt ?!
hab' ich die Berichterstattung nur halb wahrgenommen ?

spielbeobachter - 10. Apr, 16:14

Jede Frage

ist erstmal erlaubt.
Ich fürchte, dass die "Aufarbeitung" des von Dir angesprochenen Vorfalls (und anderer) ein wenig daran leidet, dass in einem solchen Fall die Verurteilungsmechanismen schnell greifen. In den Medien gab es rund um die Hausdurchsuchungen bei einigen Mitgliedern der Wilden Horde ja durchaus Berichterstattungen, die aber leider kaum tiefer gingen und differenzierter waren als ein metaphorisches "Hängt sie höher!". Der Verein hat angekündigt, die Verdächtigen mit Stadionverbot und Vereinsrauswurf zu belegen. Reaktionen hat es also durchaus gegeben.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Vorkommnisse auf der Autobahn waren, wenn sie so stattgefunden haben wie berichtet, ohne Zweifel Grund genug dafür, die Schuldigen zivilrechtlich als auch vereinsseitig hart zu bestrafen. Allerdings glaube ich, dass mit der Art der präventiven Pauschalverurteilungen, wie sie seitens der Medien und des Vereins geschehen sind, eine tatsächlich konstruktive Auseinandersetzung und Veränderung kaum möglich ist.
Ich schreibe "Ich glaube" und damit bin bei dem Teil Deiner Frage, warum ich selbst darüber nichts geschrieben habe und auch nichts darüber, welche Auswirkungen das Ganze auf die Atmosphäre im Stadion hat: Ich wohne, wie bekannt, in Berlin und fühle mich nicht nah genug an der Fanszene dran, um mich kompetent zu äußern.

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