Strukturelles

Montag, 29. Juni 2009

Religiöse Fanatiker und Propagandisten bestrafen

Sonntagabend, Johannesburg, 22.15 Uhr South Africa Standard Time: Sechs Minuten zuvor hat Abwehrspieler und Kapitän Lucio mit dem 3:2 den Confederations-Cup zugunsten Brasiliens entschieden. Und dann begann die große Propagandashow: Der gläubige Christ gab sich nicht damit zufrieden in einem mehr oder minder stillen Gebet seinem Gott zu danken, nein, er und eine Reihe ihrem Kapitän folgende Jünger hatten nichts besseres zu tun als sich T-Shirts mit der Aufschrift "I love Jesus" überzustreifen und anschließend die komplette Mannschaft zum gemeinschaftlichen Singes- und Betkreis auf die Knie zu zwingen.

Verstehen wir uns nicht falsch: Wer meint, er persönlich müsse Gott, Allah, Jhwe, Buddha, Odin oder Gandalf dafür danken, daß dieser ausgerechnet ihm den Sieg schenkte, möge das tun, so schwachsinnig das auch sein mag. Wer glaubt vor dem Betreten des Rasens ein schnelles Bekreuzigen, ein Gebet zum Himmel, ein kleines Tänzchen mit Gänseblümchen im Haar oder welche anderen abergläubischen Rituale es sonst noch geben mag, ausführen zu müssen, um eine imaginäre Märchenfigur gnädig zu stimmen, auf das man von Verletzungen verschont bleibe - bitte schön, wer es braucht.

Vor Millionen von Zuschauern aber eine aggressiv missionierende Propagandashow abzuziehen, deren einziger Sinn und Zweck darin besteht, die enervierenden Legenden und Märchen der tief im Blut watenden religiösen Verbrechersyndikate unters Volk zu bringen - kein Verständnis und auch keine Toleranz. Und die FIFA hat dies auch schon längst in Regel 4 festgelegt: "Spieler dürfen keine Unterleibchen mit Slogans oder Werbeaufschriften zur Schau tragen. Die vorgeschriebene Grundausrüstung darf keine politischen, religiösen oder persönlichen Botschaften aufweisen."

Seit gestern ist klar: Diese Regel darf nicht nur für die 90 Minuten gelten, sondern muß auch auf die Halbzeitpause und die Zeit nach dem Schlußpfiff bezogen sein. Und: Lucio und seine Jünger müssen empfindsam bestraft werden.

Mittwoch, 29. April 2009

Europäischer Fußball aus England

Vor einigen Jahren noch geisterte ein Schreckgespenst durch die Köpfe ergrauter Fußballfunktionäre. Genau genommen schreckte es sie selbst keineswegs, die €-Zeichen Franken-, DM-, Lire-, Peseten- und Pfund-zeichen in den Augen der Herren blinkten in allen fröhlichen Farben. Die Europaliga sollte kommen und das große finanzielle Glück mit sich bringen.

Und damit war mitnichten die ab nächster Spielzeit eingeführte Europa League, der Ersatz für den "Cup der Verlierer", gemeint. Nein, die europäischen Spitzenmannschaften sollten in einem geschlossenen Ligabetrieb dauerhaft gegeneinander spielen und somit nicht nur eine Art von Europameister küren, sondern vor allem viel Geld generieren. Später schloßen sich die grauen Herren im Verbund der G14 zusammen und scheiterten ein letztes Mal im Frühjahr 2006 mit dem Versuch die Qualifikation zur Champions League via Meistertitel (bzw. den Platz 2 - 4) abzuschaffen.

Längst jedoch ist die Idee umgesetzt. Die Europaliga existiert, sie nennt sich "The Big Four" und spielt in der Premier League in England. Drei der Big Four stehen im Champions League Halbfinale, nur Liverpool schied schon im Viertelfinale aus (gegen Chelsea, also einen der drei anderen) - mit englischem Fußball hat das trotzdem nichts zu tun.

Von den 40 Spielern, die von den drei Vereinen im Rückspiel des Viertelfinales eingesetzt wurden, stammen: 8 aus England, 6 aus Frankreich, 4 von der Elfenbeinküste, je 3 aus Brasilien und Portugal, 2 aus Holland und Serbien, sowie je 1 Spieler aus Polen, Kamerun, Spanien, Togo, Dänemark, Irland, Wales, Bulgarien, Tschechien, Ghana, Deutschland und Argentinien.
Die Trainer der drei Mannschaften kommen aus Frankreich, Schottland und Holland. Chelsea FC gehört einem Russen, Manchester United einem US-Amerikaner.

Nun gut, könnte man sagen, die besten Spieler der Welt gehen nun mal dahin, wo das Geld ist, daß es - auch wenn es das gute alte Kick & Rush auch unter anderen Umständen heute so vielleicht nicht mehr geben würde - einen Unterschied zwischen englischem Fußball und Fußball aus England gibt, ist da eine normale Folgeerscheinung.
Mit dem Kick & Rush verschwand allerdings auch alles, was englischen Fußball ausmachte und ihn zum Protagonisten des neuen Corporate Football machte: Es wird kaum noch gesungen, die Stimmung wird allen Ortens als mau bezeichnet, die Ticketpreise sind unbezahlbar, Schwalben - einst ein großes Tabu in England - werden geduldet und und und.

Der englische Fußball ist, zumindestens aus der Spitze, verschwunden. Eine neue oder veränderte und möglicherweise bereicherte Identität, jenseits von globaler Beliebigkeit, ist nicht auszumachen.

Heute abend spielen Manchester United und Arsenal London um den Einzug ins Finale der Champions League. Hoffen wir auf guten Fußball - denn wer sich von den beiden am Ende durchsetzt, ist völlig egal.

Mittwoch, 18. März 2009

Hoffenheim: Gebühr, keine Strafe

Durch die Zahlung einer lächerlich geringen Gebühr von 75.000 Euro (sowas zahlt Hoffenheim aus dem Groschenfach seiner Portokasse) ist es dem Baden-Württemberger Projekt gelungen, eine Strafe für das Doping-Vergehen, die auch eine Strafe wäre, abzuwenden. Weder wurden die betroffenen Spieler Ibertsberger und Janker, wie in anderen Ländern in vergleichbaren Fällen geschehen, mit einer langen Sperre versehen, noch gab es den erwarteten Punktabzug.

Der eigentliche Skandal liegt aber in der Begründung, die das Sportgericht des DFB ablieferte, um diese gezielte Bagatellisierung des Vorgangs schönzureden: "Die Beweisaufnahme hat ergeben, dass in diesem konkreten Fall kein klassisches Dopingvergehen wie zum Beispiel Sportbetrug, Einnahme verbotener Stoffe zur Leistungssteigerung, Anwendung einer verbotenen Behandlungsmethode oder die Weigerung, sich einer Kontrolle zu unterziehen vorliegt" sagte der Vorsitzende Hans E. Lorenz.

Das muss man mir erklären. In der ganzen Sache geht es darum, dass die beiden Hoffenheimer Spieler zehn Minuten ungestört und unbeobachtet waren, bevor sie sich herabliessen, bei der Doping-Probe zu erscheinen. Zehn Minuten, die in der Welt des Dopings und der Vertuschung von Doping nicht eine Welt bedeuten, sondern eine ganze Galaxie. Wie also kann das Sportgericht beweisen, daß es in diesen zehn Minuten zu keinem Sportbetrug und zu keiner Vertuschung kam?

Dem DFB scheint es offenbar egal zu sein, daß sich der Verdacht der Kungelei mit dem neuen schicken Pferd im Stall immer mehr verbreitet. Oder er setzt darauf, mittels Kommunikationsherrschaft Kritik und Zweifel wegzubügeln.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 finden statt in..

Australien
England
Mexiko
Indonesien
Japan
Katar
Niederlande / Belgien
Russland
Spanien / Portugal
Südkorea
oder
den USA.

Sind die vom Kicker wiedergegebenen Worte des Sonnenkönigs Joseph S. Blatter korrekt, so können wir Niederlande / Belgien sowie Spanien / Portugal direkt streichen, Doppelbewerbungen hätten diesmal keine Chance, so der FIFA -Chef.

Fünf der übriggebliebenen Konkurrenten kommen aus dem asiatischen Fußballverband (Australien, Indonesien, Japan, Katar und Südkorea), es steht also zu vermuten, daß eine der beiden Weltmeisterschaften an die AFC (Asian Football Confederation) geht. Dabei haben Südkorea und Japan vielleicht die schlechtesten Chancen, schließlich waren beide ja erst kürzlich Ausrichter. Daß sich die FIFA nach dem Abenteuer Südafrika und den Erfahrungen der UEFA mit den EM-Ausrichtern Ukraine und Polen noch einmal auf ein Land mit sagenwirmal schwieriger Infrastruktur wie Indonesien einläßt, ist eher nicht anzunehmen. Blieben also Australien und Katar - ja, Katar. Bekannt für große Fußballkunst und -kultur. Und Heimat von Mohamed Bin Hammam, FIFA Exekutivkomitee-Mitglied, Blatter Freund und Präsident der AFC. Nicht zu unterschätzen also.

Für die zweite WM stünden demnach also noch England, Mexiko, Russland und die USA zur Verfügung. Für europäische Fußballfreunde hüpft da das Herz, das Mutterland ist mal wieder ganz dicht dran. Dumm nur, daß es in diesem Quartett weder finanziell noch in Sachen Einfluss vorne ist. Und der Einfluss ist wichtig: Alles deutet darauf hin, daß Sonnenkönig Blatter die etwas absurde Idee, die Ausrichter beider Turniere auf einmal zu vergeben, im Hinblick auf den Sommer 2011 kam. Dann nämlich tritt er zum vierten Mal an, um zum FIFA Präsidenten gewählt zu werden. Und da kommen die Stimmen von gleich zwei glücklich gemachten Landesverbänden und zufrieden gestellten Kontinentalverbänden zum rechten Augenblick (Die Entscheidung über die Ausrichtungen wird im November 2010 fallen).

Optimistische Prognose: Australien und England.
Pessimistische Prognose: Katar und USA.

Montag, 26. Januar 2009

Revolution abgewendet

Beim Hamburger Sportverein bleibt alles wie gehabt. Bei der gestrigen Aufsichtsratswahl wurden alle Kritiker des Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann nicht gewählt. Zu den erfolglosen Kandidaten gehörten auch vier Mitglieder der Supporters, die sich zur Wahl gestellt hatten. Weder Spiegel-Redakteur Manfred Ertel noch Vorsänger und Capo JoJo Liebnau, zwei der vier Vertreter der aktiven Fans, konnten genug Stimmen unter den 4893 anwesenden Mitgliedern sammeln. Rund um die Kandidatur Liebnaus kam es um Vorfeld zu recht amüsanten und letztenendes erfolgreichen Versuchen, über die Presse Stimmung gegen den Mann am Megaphon zu machen. So erblödete sich das Hamburger Abendblatt nicht, anläßlich des Spiels gegen den Erzrivalen Werder Bremen den blatteigenen "Polizeireporter Sascha Balasko" vor Ort zu schicken, welcher "von Liebnau initiierte Schlachtrufe und -Gesänge" registrierte:

* „Scheiß Werder Bremen“ (6x)
* „Bremer Hurensöhne“ (4x)
* „Tod und Hass dem SVW“ (3x)
* „Alle soll’n es wissen, Werder ist beschissen“ (2x)
* „Wiese ist ein Hurensohn – Du Wichser“ (2x)
* „Asoziale Bremer, Ihr schlaft unter Brücken (…)“ (1x)
* „Eins kann uns keiner nehmen, das ist der Hass auf Werder Bremen“ (1x)


Dann wählten die Mitglieder doch lieber Sergej Barbarez, seines Zeichens Unioner Rostocker Dortmunder Leverkusener Hamburger Urgestein, der auf der gestrigen Mitgliederversammlung freilich unumwunden zugab: "Bilanzen kann ich keine lesen, weiß aber, wie das Geschäft läuft".
Ob Barbarez der richtige Mann ist, um zu verhindern, dass die 97 € Eintrittspreis, die einige HSV Fans für das oben erwähnte Derby gegen Werder zahlen mussten, zur Norm werden, muss bezweifelt werden.

Samstag, 10. Januar 2009

Liebe Berliner Zeitung,

... das ist ein interessanter Artikel in Eurer heutigen Printausgabe über die finanziellen Schwierigkeiten des Berliner Regionalligisten Türkiyemspor. Daß die vor der Saison erwarteten Probleme für die neuformierte Dritte Liga gar nicht da, sondern in der vierten Liga auftreten, und in der nächsten Saison durch eine Reduzierung der Fernsehgelder von 160.000 Euro auf 90.000 Euro noch verschärft werden, zum Beispiel. Oder daß nicht nur Türkiyemspor, sondern auch andere Vereine wie Altona 93 einen Rückzug in Liga 5 in Erwägung ziehen. Und daß dem DFB dazu nichts anderes einfällt als "Es wird keiner gezwungen, in dieser Liga zu spielen" (Zitat Helmut Sandrock) - der gleiche DFB, der dem finanziellen Kampf der Regionaligisten gerne einen Strich durch die Rechnung macht, indem er z.B. publikumsträchtige Spiele wie das Spiel Altona 93 gegen den 1. FC Magdeburg an einem stinknormalen Mittwoch um 14.00 Uhr ansetzt (!!).

Vielen Dank also für den Artikel, liebe Berliner Zeitung. Und: bitte mehr davon.

Warum ihr aber in der Unterüberschrift behauptet, Türkiyemspor könne "sich die Dritte Liga nicht mehr leisten", wo doch von der Regionalliga, also der Vierten Liga, die Rede ist, bleibt Euer Geheimnis, oder?

Dienstag, 30. Dezember 2008

Appreturen und Bettfedern

Herr Wieland postete just eine hübsche Verballhornung des Wappens der Dortmunder Borussia. Daß er das gerne macht, liegt auf der Hand, sein Königsblog widmet sich ja den Schalkern.

Nichtsdestotrotz war ich ein wenig erstaunt, schließlich gehören GmbH&CoKGs&dergleichen statt der guten alten eingetragenen Vereine ja zu den Dingen, an die man sich mittlerweile leider gewöhnt hat. Weil sie überall sind. Sollte die hämische schmunzelnde Freude des Herrn Wielands bedeuten, dass das beim FC Schalke anders ist? Ist es in der Tat. FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. heißt der Verein nach wie vor. Bei der Suche fand ich aber etwas anderes. Vielleicht kann mir das mal ein Schalker erklären, so er denn mal vorbeikommt.

Verkaufsraumeinrichtungen für Bettfedern?

Eine Erklärung für das müde Schalker Spiel in dieser Saison gar?

Montag, 22. Dezember 2008

Oh, wo bleibt das Fünf zu Null?

Die Fans werfen begeistert ihre Sitzkissen aufs Spielfeld. In der Partie Jens Weinreich gegen den DFB hat ersterer mittlerweile ein formschönes 4:0 erzielt. Und während sich auf dem Platz ein absolutes Debakel für den DFB entwickelt, wird der Trainerstuhl des Cheftrainers Zwanziger immer wackliger. Man kennt ja die Gesetze des Fussballs und der Trainer ist immer der erste, der gehen muss...

Dienstag, 9. Dezember 2008

Altersenilität, Quichoterie oder Dolchstoß?

Schaut man sich um in der fussballerischen Blogosphäre, herrscht dieser Tage ein Thema und zwei Emotionen vor. Der Theo einerseits und Empörung und Verwirrung andererseits.

Über die Empörung brauche ich nicht viel zu schreiben, die erklärt sich von selbst.
Neben dieser ist es aber vor allem das große "WHAT THE FUCK?" das die Schreibenden und Kommentatoren umtreibt: Was zum Teufel denkt sich der Mann dabei, von einem Fettnapf in den nächsten zu springen? Der Drang, als größter Eigentorschütze in die Geschichte einzugehen, wie vom Trainer Baade vermutet, dürfte es kaum sein.

Nach einigem Hin und her einigte ich mich mit mir auf drei mögliche Antworten.

Altersenilität.
Er weiß nicht was er tut. Er kennt zwar das Internet, hat aber von Blogs noch nicht viel gehört. Daß sich durch die technischen Veränderungen auch die Welt der veröffentlichten Kommunikation verändert hat, hat ihm noch keiner gesagt. Anders ist der Ausspruch "Wenn sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind sie immer Verlierer" im Jahr 2008 eigentlich nicht erklärbar - es sei denn man lebt in Nordkorea oder China. Die Frage dann ist nur, was zum Geier eigentlich der Direktor für Kommunikation des DFB, Harald Stenger, den lieben langen Tag macht. Eine Powerpoint Präsentation Mit Hilfe einer Matrize einen Leitfaden zum Thema "Was sich durch das Internet alles verändert hat" für die Führungsebene vervielfältigen jedenfalls nicht.

Quichoterie.
Die etwas freundlichere, nicht weniger dämliche Variante der Altersenilität. Der Theo und seine Mannen wissen das alles, wollen es aber nicht wahrhaben. Man muss nur lang genug um die Kommunikationsherrschaft kämpfen, dann gibt es sie auch wieder. Ganz bestimmt. Ehrlich. Und dann ist es wieder wie früher, da konnte sich Hans Müller aus sagenwirmal Erftstadt auch wie ein Waldschrat über "Die da oben" aufregen, interessiert hat es doch keinen. Augen zu und feste dran glauben. Wird schon.

Dolchstoß.
Hinter dem Theo sitzt der Wolfgang Niersbach. Der war früher mal Pressechef der Fußball-Europameisterschaft 1988 und dann Pressechef und Mediendirektor des Deutschen Fußballbundes, Stengers Vorgänger also. Nehmen wir also mal an, daß der die medialen Mechanismen des Jahres 2008 kennt. Nur mal so in den Raum gestellt: Sollte der nun Kalif anstelle des Kalifens werden wollen und mit dem Problem konfrontiert sein, daß der bisherige Kalif seine Arbeit ganz gut macht und auch ganz gut ankommt, wäre das eine wunderbare Sache, um den Thron kurzfristig verwaisen zu lassen. Und wenn wir eins wissen, dann das: Fußballfunktionärstümelei ist ein schmutziges Geschäft. Jürgen Kalwa führt diese dritte Möglichkeit drüben bei der american arena in größerer Breite aus. Lesenswert.

Wir bleiben so klug als wie zuvor. Am Ende stellt sich vermutlich heraus, daß den Einen die Senilität ritt, der Zweite den Kampf nicht aufgeben wollte und der Dritte genüsslich den neuen Posten antritt.

Montag, 8. Dezember 2008

dpa: "Theo Zwanziger erwägt Rücktritt"

Vor zwei Tagen habe ich hier Theo Zwanzigers Rücktritt gefordert. Offenbar ist dem Präsidenten des DFBs inzwischen selbst ein Licht aufgegangen - ganz so vermessen, dies als eine Reaktion zu sehen bin ich dann doch nicht - , die dpa verkündete jedenfalls um 15.14 Uhr:

DFB-Präsident Zwanziger erwägt Rücktritt

Frankfurt/Main (dpa) - Theo Zwanziger erwägt im Fall einer juristischen Niederlage im Rechtsstreit gegen den freien Journalisten Jens Weinreich einen Rücktritt als DFB-Präsident. Das sagte der 63- Jährige am Rande einer Pressekonferenz des DFB in Frankfurt/Main. Der DFB hatte Ende November angekündigt, Klage gegen Weinreich einreichen zu wollen, der Zwanziger im Juli im öffentlichen Internetblog «Direkter Freistoß» als Demagogen bezeichnet hatte. Dabei ging es um die zentrale Vermarktung von TV-Rechten.


Zu befürchten steht allerdings, daß dies zum einen eher ein Mittel ist um eine für sich positive Entscheidung herbeizuführen und zum anderen, daß, wenn denn, dieser Rücktritt als eine Anklage gegen ein aus Zwanzigers Sicht unkorrektes Urteil konnotiert werden wird als ein Eingeständnis eigener Fehler.

Und erwägen kann man vieles.

UPDATE: Der komplette Text der dpa Meldung findet sich bei Jens Weinreich

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