Visionen

Montag, 19. Oktober 2009

Der Spielbeobachter verrät: Die Ergebnisse der WM Qualifikationsentscheidungsspiele

Am heutigen Freitag wurden in Zürich Entscheidungsspiele für die Qualifikation zur WM 2010 ausgelost. Am 14. und 18. November schon was vor? Dermaßen gespannt, daß der eine Monat bis dahin zu lang ist? Kein Problem: Der Spielbeobachter (also icke jetzt) hat die Karten gelegt, die Glaskugel geschüttelt, eine Portion Sachverstand dazu gegeben und das Ganze in schlaue, vor allem aber wahre Worte gefasst.

Also denn, Licht aus, Spoiler an. Hier kommen die Resultate der vier Weltmeisterschaftsqualifikationsentscheidungsbegegnungen:

Irland : Frankreich.
Nach dem Hinspiel (Resultat: 2:2) sind die Franzosen, vom Namen her klarer Favorit, zwar ein wenig beschämt, ob des Rückspiels zu Hause - bei dem sie dann ihre wahre Stärke zeigen wollen - aber guten Mutes. Umsonst. Denn auch das Rückspiel endet 2:2, die mit Mann und Maus verteidigenden Iren bringen ihre einzigen beiden Angriffe zu einem Torerfolg und das innerhalb der letzten fünf Minuten. Völlig verunsicherte Franzosen versagen beim Elfmeterschießen. Au revoir France. Latha Math, Eire.

Russland : Slowenien.
Es ist ein Jammer. Milivoje Novakovic schießt drei Tore, eines im Hinspiel, zwei im Rückspiel. Das reicht aber nicht, weil Russland seinerseits drei in der ersten Begegnung und zwei in der zweiten schießt. Macht summasumarum ein Sieg für Russland und ein Unentschieden. Arshavin darf bei der WM wirbeln und Novakovic kann sich auf den FC und die Kölner Nächte konzentrieren. Hat ja auch was für sich.

Portugal : Bosnien-Herzegowina
Christiano Ronaldo lacht. Was könnte es einfacheres geben als einen Gegner, dessen Namen er im fußballerischen Zusammenhang noch nie gehört hat? Und in der Tat, nach dem Hinspiel sieht es gut aus: Die Portugiesen wirbeln eine schlecht stehende bosnische Abwehr durcheinander, vergessen aber das Toreschiessen. So bleibt es beim hochverdienten 1:0. Im Rückspiel dann präsentieren Zwetschge Misimovic und Dzeko die bittere Rechnung. 2:0 für die Bosnier steht es am Ende. Ronaldo weint. Europa lacht.

Griechenland : Ukraine.
Ein ermauertes 0:0 im Hinspiel und ein ermauertes 1:1 im Rückspiel reichen den Griechen. Totsterbenslangweilig. Statt Fernsehen zu gucken, lieber: Stricken, aufräumen, Staubwedeln.

Sonntag, 24. Mai 2009

Der Meistertipper

Irgendwann im letzten Sommer. Der S., der L. und meine Wenigkeit saßen in einer dunklen Kaschemme in Friedrichshain, das Berliner Pilsner ronn uns fröhlich durch die Kehlen. Die Europameisterschaft lag hinter uns, die Saison hatte noch nicht angefangen. Fußballerische Langeweilezeit, wie sie auch jetzt vor uns liegt.
So spekulierten wir uns durch die Ligen, die uns so interessieren, die ersten drei deutschen Ligen, die russische, die argentinische. Flugs war eine Idee geboren. Zettel herbeigeholt und losgetippt: Meister, Aufsteiger, Absteiger.

Sie haben gelacht. Mich wunderlich gescholten. Mit dem Finger auf mich gezeigt.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Auch wenn mir lieber gewesen wäre, ich hätte diesen Tipp nicht richtig gehabt.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

2018 - Ein weiteres Jahr des Erfolgs

Zunächst einmal muß ich mich bei Ihnen, werte Leser, entschuldigen: Ich weiß nicht, warum das Datum hier 2008 statt korrekterweise 2018 anzeigt, aber ich hoffe, dieser kleine technische Fehler ist bald behoben.

Lassen Sie mich den Rückblick auf die abgelaufene Hinserie der 1. Bionade Bundesliga beginnen mit einem kleinen sportlichen Fazit: Wie erwartet, hat auch dieses Jahr SAP Hoffenheim (ehemals 1899, ehemals TSG) die Nase vorn, wie erwartet lautet der Name der beiden stärksten Konkurrenten wieder einmal Pfitzer Leverkusen und FC Opel Ingolstadt. Niemand dürfte verwundert sein, wenn diese drei Mannschaften wieder einmal am Ende der Saison ganz oben im 16er Feld der Liga zu finden sind und noch kann sich die AG "Freunde & Förderer Pfitzer Leverkusen" Hoffnungen machen, daß ihrer Mannschaft in diesem Jahr endlich der ganz große Coup gelingt, der ihnen bislang verwehrt blieb. Aber vermutlich wird doch Serienmeister Hoffenheim den siebten Meistertitel einfahren. Die beiden großen Hoffnungen der sogenannten "Traditionalisten", Bayern BMW München und VFL VWolfsburg, haben nicht die Rolle spielen können, die ihnen von dem einen oder anderen Experten zugetraut wurde.

Der Vorstandvorsitzende BMW Münchens, Oliver Kahn, erklärte dazu, daß "der Stadionrückbau der Allianz Arena doch zuviele Mittel gebunden habe". Sein Vorwurf der dadurch entstehenden Wettbewerbsverzerrung wurde von SAP Hoffenheim Eigner Daniel Hopp mit den markigen, aber zutreffenden Worten entgegnet: "Selbst schuld, wenn man nicht früh genug die Zeichen der Zeit erkennt. Wir haben ja bekanntermaßen unsere Hausaufgaben schon 2010 gemacht als wir das Fassungsvermögen der Dietmar-Hopp-Arena wieder auf 20000 Plätze reduzierten." Zwar war das Stadion erst zwei Jahre zuvor eingeweiht worden, doch die Preissteigerung auf durchschnittlich 100 € pro Karte hatte SAP den allgemeinen Zuschauerschwund "gesünder als je zuvor" überstehen lassen, so Hopp Junior weiter.

Dieser Abwärtstrend bezüglich der Zuschauerzahlen blieb auch dieses Jahr bestehen. Ein Umstand der allgemein begrüßt wurde, da er zweifelsfrei damit zusammenhängt, daß die Zahl der Abonnements des DFL-eigenen Fernsehsenders weiter gesteigert werden konnte. Deutschlands Fußballfernsehen boomt! "Die seit zehn Jahren vorangetriebene Verteilung des Spieltags auf das ganze Wochenende ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte.", so der DFL Vorstandsvorsitzende Rummenigge, "Unsere Entscheidung, kein Spiel mehr parallel stattfinden zu lassen, die vor zehn Jahren vom ehemaligen DFB Präsidenten Theo Zwanziger angestoßen wurde, hat sich dahingehend als so erfolgreich erwiesen, wie wir erhofften."

Ein Lob für den DFL Unterverband DFB, wie man es heutzutage nur noch selten hört. Wieder einmal gab es Ärger zwischen der DFL und Bundestrainer Ballack, der die nicht erfolgte Qualifikation für die WM 2018 in Belgien, Holland, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Island und Liechtenstein ebenso auf den nicht vorhandenen Nachwuchs schob wie das derzeitige miserable Abschneiden bei der EM Qualifikation. Es sei doch kein Wunder, daß es nach Toni Kroos kein deutsches Talent mehr von Format gegeben habe, wenn in den Spitzenmannschaften kein Platz mehr für sie sei, so Ballack. "Dafür," so konterte Rummenigge gewohnt lässig, "habe man schließlich einst den Abstieg aus der 1. Liga abgeschafft, damit sich die Talente ohne Druck in den unteren Ligen entfalten können." Und schließlich müsse auch Ballack verstehen, daß die deutschen Fernsehzuschauer nunmal die ausländischen Stars sehen wollten.

Spätestens wenn im März die Rückrunde beginnt und sich ganz Fernsehdeutschland über das begeisternde Fußballspektakel in Sinsheim, Ingolstadt und Anderswo freut, wird dieser Ärger gewiß vergessen sein.



Dieser Bericht wurde Ihnen präsentiert von Bionade - Gesünder Fußball gucken dank Papaya-Chai-Mate-Limette.

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