Pogoń Szczecin - GKP Gorzów Wielkopolski 0:0. Kein Spielbericht.

Der Plan war gut, sehr gut. So gut, dass wir ihn flugs in die Tat umsetzten: Samstag nachmittag in den Regionalexpress und mit dem Brandenburgticket nach Stettin. Oder Szczecin, also Schchechin, was einfacher aussieht als es gesprochen wird. Den Samstagabend mit einer kleinen Stadterkundung verbringen und diese in einer kaschemmigen Studentenkneipe mit allerlei polnischen Bierprodukten enden lassen. Nachts im Hotel noch schnell das Tor von Adam Matuszczyk im Spiel der polnischen Nationalmannschaft in den USA live im Fernsehen sehen.

Sonntag dann einen großen und äußerst pelzigen Kater sein eigen nennen und mit diesem langsam durch die Stadt stolpern, ein paar leider geschmackslose Piroggi essen und dann hin zum Florian-Krygier-Stadion. Hier findet um 17.00 Uhr die Partie Pogoń Szczecin gegen GKP Gorzów Wielkopolski statt, zweite polnische Liga.

Und Pogoń ist ein durchaus interessanter Verein: 1948 von den hierher umgesiedelten Ostpolen als Ersatz ihres Heimatvereins Pogoń Lwów gegründet. Bis 1999 fristet der Verein ein Dasein als Fahrstuhlmannschaft zwischen erster und zweiter Liga, dann beginnt die Zeit der Investoren: Ein türkischer und ein schwedischer Investor versuchen nacheinander aus Pogoń eine große Nummer zu machen. Das Ende beider Investoreneinsätze ist gleich: Investor weg, Schulden da. Schließlich Auflösung des Vereins und Fusion mit dem Zweitligisten Piotrkovia Szczecin. Dessen Besitzer hat einen tollkühnen Plan: Eine Mannschaft, die nur aus Brasilianern besteht. Gleichzeitig gründen Fans den Verein Pogoń Szczecin Nowa. Es kommt, wie es kommen muss: Das brasilianische Experiment fährt gegen die Wand, erneute Auflösung und Fusion von Pogoń Szczecin und Pogoń Szczecin Nowa und Neuanmeldung in der vierten Liga. Es folgt der langsame Weg nach oben inklusive des Höhepunktes der Pokal-Finalteilnahme 2010.

Soweit die muntere Geschichte des Vereins, die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Es fand bereits am Samstag statt. Als wir zum Stadion kommen, liegt dieses still und noch mit den Spuren der vortäglichen Benutzung versehen in der güldenen Spätsommersonne. Kein Fußballer weit und breit, kein Fan nirgends, niemand der eine Karte verkaufen oder abreissen will. Stille. Und offene Tore allenthalben. Und so verflucht ärgerlich die Fehlinformation, der wir offenbar aufsaßen, auch ist, so hübsch ist auch der Aufenthalt in diesem recht eigenen Stadion am Tag nach der Schlacht. Das hufeisenförmige Stadion, dem eine Hintertortribüne fehlt, atmet noch das gestrige Spiel, die Ränge noch übersät mit Sonnenblumenkernschalen, am Zaun vor der Gegentribüne, dort wo die monumental wirkende Dachkonstruktion in Wirklichkeit nur wenige Reihe vor potentiellem Regen schützt, flattert noch ein einsames Transparent. Nur über die Frage, ob es der Geruch des Sieges oder der Niederlage ist, der da noch in der Luft liegt, können wir uns nicht einig werden - kein Wunder, ging das Spiel doch 0:0 aus. Und so bleibt uns nichts anderes als ein paar Fotos zu machen, noch einmal auf einer der 18.000 Sitzschalen Platz zu nehmen und im Kopfe die recht ordentlich gelungene Hymne Pogońs zu summen. Wir kommen wieder, nächstes Mal dann bitte mit Spiel.

Florian-Krygier-Stadion, Szczecin


Florian-Krygier-Stadion, Szczecin


Florian-Krygier-Stadion, Szczecin


Florian-Krygier-Stadion, Szczecin


Florian-Krygier-Stadion, Szczecin


Florian-Krygier-Stadion, Szczecin


Florian-Krygier-Stadion, Szczecin

[Update: Hymnenlink repariert]
Jens (Gast) - 6. Apr, 19:15

Ist mir auch ein Mal passiert. Zum Glück in den Niederlanden, so dass sich der umsonst verfahrene Sprit ein Grenzen hielt. Und so schöne Fotos vom Stadion hätteste mit sich darin befindlichen Menschen nicht bekommen... ;-)

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